Abschied voller Wehmut

Rehden - Mit ein paar Tagen Verspätung nahmen die Absolventen der Oberschule Rehden gestern Vormittag ihre Abschlusszeugnisse entgegen. Die ursprünglich für Donnerstag geplante Feier war kurzfristig abgesagt worden, da in der Schule das Norovirus grassierte.

Dass das Programm etwas abgespeckter ausfiel als geplant, war kaum zu merken. Dilan Yeyrek und Nils Korte führten gut gelaunt durch die Veranstaltung, Felix Lampe begeisterte auch ohne Schulband im Hintergrund mit starker Stimme, der Wahlpflichtkurs Musik der 8a gab – obwohl besonders stark vom Norovirus betroffen – ein kurzes Intermezzo mit Boomwhackers, die Klasse 5b zeigte eine Tanzeinlage und Angelika Lening gab ein Klaviersolo

Die Klasse 10a mit der Klassenlehrererin Britta Krutsch.
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Die Klasse 10b mit Klassenlehrerin Yvonne Reckendorf.
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Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, wurden viele Worte des Dankes gesprochen. Schulleiter Rainer Fritzsche erinnerte die Schüler an ihre vielen Erfolge und wenigen Niederlagen. Manch einer habe auch mal einen Elfmeter kassiert. Für einige Absolventen gehe die Schullaufbahn am Gymnasium weiter, andere begännen eine Berufsausbildung, einige wenige verließen die Schule leider ohne Abschluss. Sein Dank galt neben den Lehrern vor allem den Jugendlichen, die sich besonders für Schule und Mitschüler engagiert hatten, und den Eltern, denen die Schule nicht gleichgültig war, für deren Unterstützung und positive Kritik.

Die Klasse 10c mit Klassenlehrerin Gerda Böckmann.
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Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch sprach zunächst der Schulleitung ein Lob aus. Die Nachricht von der Virusinfektion sei ein ziemlicher Schock gewesen, die Schulleitung habe professionell reagiert. Den Abschlussschülern gab er mit auf den Weg, dass nach der Schulzeit nun eine weitaus wichtigere Phase beginne, die ihnen viele Chancen biete. Diese müssten die Jugendlichen aber auch nutzen. „Ihr werdet dringend gebraucht“, sagte er mit Verweis auf Fachkräftemangel und nahezu Vollbeschäftigung. Bloch ermunterte die Absolventen, sich selbst viel zuzutrauen und ihre Ziele mutig anzusteuern.

Die Klasse 9b mit Klassenlehrerin Marina Kinsvater.
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Pastor Dimitri Schweitz ermutigte die Schüler ebenfalls, den neuen Weg mit Zuversicht zu gehen, mahnte aber zugleich, dass die von vielen vielleicht erhoffte größere Unabhängigkeit von den Eltern auch mehr Eigenverantwortung bedeute. Sie sollten voranstürmen, aber nicht zu unbedacht, dabei auch immer ihre Mitmenschen rechts und links des Wegs im Blick haben und fair sein.

Germain Mandel, Nele Wiechert und Alexander Schwabe (v.l.) wurden als beste Schüler ihrer Klassen geehrt.   © Russ

Dass der Abschied von der Schule nicht nur Freude bereitet, sondern durchaus auch wehmütig stimmt, zeigte Schülersprecherin Mareile Kauke mit ihrer emotionalen Abschlussrede. Im Namen aller Schüler dankte sie den Lehrern, die es bestimmt nicht immer leicht gehabt hätten. „Trotzdem haben sie uns nie aufgegeben und uns immer wieder auf den richtigen Weg gebracht.“ Auch den Eltern dankte sie, die mit ihren Kindern ebenfalls einiges mitgemacht hätten. Und sie sprach von Wehmut, „weil wir eine lieb gewonnene Familie verlassen müssen“.

Als beste Schüler ihrer Klassen wurden geehrt: Hannes Reisinger (9b), Nele Wiechert (10a), Germain Mandel (10b) und Alexander Schwabe (10c). Für besonderes soziales Engement zeichnete der Förderverein Mareile Kauke (10b) aus.

Quelle: Diepholzer Zeitung vom 27.6.2018

Mit freundlicher Genehmigung der Diepholzer Zeitung.